Forschen und Bewahren
Eine Kernaufgabe des Museums

Die Celler Residenz gilt als eines der bedeutendsten unter den erhaltenen Welfenschlössern. Im Jahr 2000, im Rahmen des 7. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, das im Celler Schloss stattfand, wurde seine Bedeutung für die europäische Schlösserkultur herausgearbeitet und dabei zugleich wesentlich wissenschaftliche Desiderata formuliert.  

 

Residenzenforschung

Das Symposium wurde so zum Ausgangspunkt einer Auseinandersetzung mit den Arbeiten der damals noch jungen Residenzenforschung, die den wissenschaftlichen Bezugsrahmen des Residenzmuseums bildet. Prof. Dr. Werner Paravicini nahm als Vorsitzender der Residenzen-Kommission (und damaliger Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Paris) in konzeptionellen Fragen des Museums beratend Stellung. Daraus entstand die Kooperation des Residenzmuseums mit dem Rudolstädter Arbeitskreis zur Residenzkultur. Gemeinsam wurde 2007 die Tagung „Hof und Medien im Spannungsfeld von dynastischer Tradition und politischer Innovation zwischen 1648 und 1714. Celle und die Residenzen im Heiligen Römischen Reich deutscher Nationen“ veranstaltet. Seit 2008 ist das Residenzmuseum Mitglied dieses Arbeitskreises.

 

Wissenschaftliche Vernetzung

Wesentliche Vernetzungen auf wissenschaftlicher Ebene bestehen mit der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, dem Institut für Historische Landesforschung an der Georg-August-Universität Göttingen sowie der Universität Hannover und der Abteilung Design und Medien der Hochschule Hannover / University of Applied Sciences and Arts. Darüber hinaus finden projektbezogen Kooperationen mit anderen Museen, Fachhochschulen und Universitäten statt.

 

Forschungsschwerpunkte

In einzelnen Projekten gibt es immer wieder Kooperationen mit herausragenden Spezialisten und Fachinstitutionen im Bereich der historischen Forschung, der Restaurierung und der (medialen) Präsentation. Einige Projekte werden im Folgenden kurz vorgestellt.

Im Spannungsfeld zwischen Nutzung und Bewahrung

Fülle und Pracht der Ausstattung der Celler Schlosskapelle faszinieren jeden Menschen, der diesen Raum erstmals sieht. Entsprechend groß ist der Wunsch, dieses großartige „Gesamtkunstwerk“ auch zu „nutzen“, zum Beispiel im Rahmen von Besichtigungen oder Andachten. Doch der „frisch“ restaurierte Schein trügt: Die Kapelle ist in höchstem Maße gefährdet und mögliche Nutzungskonzepte müssen sehr genau abgewogen werden.    

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Welfischer Silbersitz in der Frühen Neuzeit

Das Residenzmuseum hat sich zum Ziel gesetzt, die Bedeutung von Hof und Residenz als Zentrum politischer und kultureller Macht im alten Europa darzustellen. Silberkammern als Verwahrungsorte des „Staatsschatzes“ in Form von Prunk- und Tafelsilber waren Bestandteil jeder frühneuzeitlichen Residenz. Der Erforschung der Celler Silberkammer und ihres exklusivsten Bestandteils, des frühbarocken Huldigungssilbers – seines Gebrauches, seiner Präsentation und dynastischen Tradierung – kommt daher besondere Bedeutung zu.

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Mit der Restaurierung des historischen Drucks Textbuchs zur „Triumphi(e)renden Liebe“ von 1653 konnte eines der ältesten erhaltenen deutschen Bühnenstücke wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Restaurierung und fotografische Dokumentation des Bandes mit Kupferstichen wurde 2011 durch eine großzügige Spende des Celler Clubs von „Soroptimist International“ ermöglicht, der weltweit größten Service-Organisation berufstätiger Frauen.

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Eine gelungene Kooperation von Museum und Hochschule

Anlässlich des Internationalen Museumstages 2016 konnte ein besonderer Schatz aus dem Museumsdepot der Öffentlichkeit vorgestellt werden: Ein Kabinettschrank, der im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts in den nördlichen Niederlanden hergestellt wurde.

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Ein schönes Projekt in schweren Zeiten

Eine besondere Förderung im Rahmen der „Corona-Förderlinie“ der Ernst von Siemens Kunststiftung hat es möglich gemacht, dass ausgerechnet im schwierigen Museumsjahr 2020 eine Sänfte von König Georg V. restauriert werden konnte.

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Wissenschaftliche Erschließung eines bedeutenden Briefbestandes

Die fast 300 Briefe umfassende erhaltene Korrespondenz zwischen der Kurprinzessin Sophie Dorothea zu Braunschweig-Lüneburg (1666–1726) und Philipp Christoph Graf von Königsmarck (1661–1694) ist einer der berühmtesten Briefwechsel des ausgehenden 17. Jahrhunderts.

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Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren,
was er bewahren möchte.

— Gustav Heinemann (1899–1976)